Livro · Faust - Der Tragodie erster Teil
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Autor: Johann Wolfgang von Goethe
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"Wenn ich ein Vöglein wär!" so geht ihr Gesang Tage lang, halbe
Nächte lang. Einmal ist sie munter, meist betrübt, Einmal recht
ausgeweint, Dann wieder ruhig, wie's scheint, Und immer verliebt.
FAUST. Schlange! Schlange!
MEPHISTOPHELES (für sich). Gelt! daß ich dich fange!
FAUST. Verruchter! hebe dich von hinnen, Und nenne nicht das
schöne Weib! Bring die Begier zu ihrem süßen Leib Nicht wieder
vor die halb verrückten Sinnen!
MEPHISTOPHELES. Was soll es denn? Sie meint, du seist entflohn,
Und halb und halb bist du es schon.
FAUST. Ich bin ihr nah, und wär ich noch so fern, Ich kann sie
nie vergessen, nie verlieren Ja, ich beneide schon den Leib des
Herrn, Wenn ihre Lippen ihn indes berühren.
MEPHISTOPHELES. Gar wohl, mein Freund! Ich hab Euch oft beneidet
Ums Zwillingspaar, das unter Rosen weidet.
FAUST. Entfliehe, Kuppler!
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