Book · Faust - Der Tragodie erster Teil
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Author: Johann Wolfgang von Goethe
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MARGARETE. Ich zog es auf, und herzlich liebt es mich. Es war
nach meines Vaters Tod geboren. Die Mutter gaben wir verloren, So
elend wie sie damals lag, Und sie erholte sich sehr langsam, nach
und nach. Da konnte sie nun nicht dran denken, Das arme Würmchen
selbst zu tränken, Und so erzog ich's ganz allein, Mit Milch und
Wasser, so ward's mein Auf meinem Arm, in meinem Schoß War's
freundlich, zappelte, ward groß.
FAUST. Du hast gewiß das reinste Glück empfunden.
MARGARETE. Doch auch gewiß gar manche schwere Stunden. Des
Kleinen Wiege stand zu Nacht An meinem Bett; es durfte kaum sich
regen, War ich erwacht; Bald mußt ich's tränken, bald es zu mir
legen Bald, wenn's nicht schwieg, vom Bett aufstehn Und tänzelnd
in der Kammer auf und nieder gehn, Und früh am Tage schon am
Waschtrog stehn; Dann auf dem Markt und an dem Herde sorgen, Und
immer fort wie heut so morgen. Da geht's, mein Herr, nicht immer
mutig zu; Doch schmeckt dafür das Essen, schmeckt die Ruh. (Gehn
vorüber.)
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