Buch · Faust - Der Tragodie erster Teil
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Autor: Johann Wolfgang von Goethe
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FAUST. Auch was Geschriebnes forderst du Pedant? Hast du noch
keinen Mann, nicht Manneswort gekannt? Ist's nicht genug, daß
mein gesprochnes Wort Auf ewig soll mit meinen Tagen schalten?
Rast nicht die Welt in allen Strömen fort, Und mich soll ein
Versprechen halten? Doch dieser Wahn ist uns ins Herz gelegt, Wer
mag sich gern davon befreien? Beglückt, wer Treue rein im Busen
trägt, Kein Opfer wird ihn je gereuen! Allein ein Pergament,
beschrieben und beprägt, Ist ein Gespenst, vor dem sich alle
scheuen. Das Wort erstirbt schon in der Feder, Die Herrschaft
führen Wachs und Leder. Was willst du böser Geist von mir? Erz,
Marmor, Pergament, Papier? Soll ich mit Griffel, Meißel, Feder
schreiben? Ich gebe jede Wahl dir frei.
MEPHISTOPHELES. Wie magst du deine Rednerei Nur gleich so hitzig
übertreiben? Ist doch ein jedes Blättchen gut. Du unterzeichnest
dich mit einem Tröpfchen Blut.
FAUST. Wenn dies dir völlig Gnüge tut, So mag es bei der Fratze
bleiben.
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