Buch · Faust - Der Tragodie erster Teil
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Autor: Johann Wolfgang von Goethe
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MEPHISTOPHELES. O heil'ger Mann! Da wärt Ihr's nun! Ist es das
erstemal in eurem Leben, Daß Ihr falsch Zeugnis abgelegt? Habt
Ihr von Gott, der Welt und was sich drin bewegt, Vom Menschen,
was sich ihm in Kopf und Herzen regt, Definitionen nicht mit
großer Kraft gegeben? Mit frecher Stirne, kühner Brust? Und wollt
Ihr recht ins Innre gehen, Habt Ihr davon, Ihr müßt es grad
gestehen, So viel als von Herrn Schwerdtleins Tod gewußt!
FAUST. Du bist und bleibst ein Lügner, ein Sophiste.
MEPHISTOPHELES. Ja, wenn man's nicht ein bißchen tiefer wüßte.
Denn morgen wirst, in allen Ehren, Das arme Gretchen nicht
betören Und alle Seelenlieb ihr schwören?
FAUST. Und zwar von Herzen.
MEPHISTOPHELES. Gut und schön! Dann wird von ewiger Treu und
Liebe, von einzig überallmächt'gem Triebe- Wird das auch so von
Herzen gehn?
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